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Wikimedia Commons, CC: Дмитрий Дубинский: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:«Королева_индейцев»._Теодор_Курентзис_и_Марина_Давыдова_ДД_2015.jpg

DAVYDOVA, MARINA

„Ich hätte nicht daran geglaubt, dass ich 2024 im Zentrum Europas und nach allen MeToo-Wellen einen Intendanten treffe, der eine Frau anschreit.“

aus: N. N.: Marina Davydova übt massive Kritik an Festspiele-Intendant Hinterhäuser. https://www.derstandard.at/story/3000000294197/davydova-wirft-intendant-hinterh228user-psychische-probleme-vor(15.6.2026), datiert mit 29.10.2025.

GEBURTSDATUM:27.11.1966 in Baku, Aserbaidschan 
FUNKTION(EN) BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN: Schauspieldirektorin
JAHR(E) DER TÄTIGKEIT BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN2023-2024
GND1159166897

Marina Davydova ist eine russische Theaterwissenschafterin und Kulturmanagerin.
Sie studierte zunächst Theaterwissenschaft am Staatlichen Institut für Theaterkunst in Moskau, das sie 1992 mit einer Dissertation abschloss.
Ab 1992 war Davydova als Dozentin an verschiedenen Hochschulen sowie als Theaterkritikerin bei der Zeitung Iswestijaund ab 2010 als Chefredakteurin des Theatermagazins teatr tätig. Außerdem war sie von 1998 bis 2021 künstlerische Leiterin des Moskauer Festivals Neues europäisches Theater, das sie mitinitiiert hatte.
Ab 2016 war Davydova Programmdirektorin der Wiener Festwochen unter der Intendanz von Markus Hinterhäuser.
Nachdem sie eine Petition gegen den Angriffskrieg gegen die Ukraine verfasst hatte, war sie ab März 2022 gezwungen, Russland zu verlassen, um einer möglichen Verhaftung zu entgehen.
2023 folgte sie Bettina Hering als Schauspielleiterin der Salzburger Festspiele. Ihr Vertrag ging bis 2026. Nach Konflikten zwischen Davydova und Markus Hinterhäuser kam es 2024 zur Auflösung des Vertrags, die nach einem außergerichtlichen Vergleich erfolgte.
Davydova ist neben ihrer Tätigkeit im Bereich der Theaterkritik und Positionen im Management auch als Regisseurin tätig. Sie inszenierte u.a. 2017 Eternal Russia am Hebbel am Ufer in Berlin und Checkpoint Woodstock im Thalia Theater in Hamburg und 2025 Land of No Return am Residenztheater München.

Bei den Salzburger Festspielen war Marina Davydova 2023 und 2024 als Leiterin des Schauspiels tätig.
Im November 2024 gaben die Festspiele mittels Pressemitteilung bekannt, dass der Vertrag Davydovas mit sofortiger Wirkung aufgelöst ist. Als Begründung nannten die Festspiele, Davydova habe Vertragsverletzungen begangen, etwa indem sie einer von Seiten der Festspiele nicht genehmigten Nebenbeschäftigung als Mitglied des Künstlerischen Komitees beim The Voices Performing Arts Festival in Berlin nachgegangen wäre. Außerdem wurde Davydova vorgeworfen, sich mehrfach kritisch über die Festspiele geäußert zu haben.
Davydova wies diese Vorwürfe zurück, kündigte an, juristisch gegen ihre Entlassung vorzugehen und erhob Vorwürfe gegen den Intendanten Markus Hinterhäuser. Im anschließenden Verfahren wurde Anfang Dezember 2024 einaußergerichtlicher Vergleich erzielt, über den Stillschweigen vereinbart wurde.
Im Jahr 2025 wurde bei den Festspielen ihr, vom Residenztheater in München in Auftrag gegebenes Stück Land of No Return im Rahmen einer „halbszenischen Lesung“ aufgeführt. Das Schauspiel-Programm der Festspiele 2025 wurde von Davydova kuratiert.

2025

14.8.

Marina Davydova: Land Of No Return (Lesung)
Künstlerische Mitarbeit: Marina Davydova
Mit Kathleen Morgeneyer, Karl Markovics, Arthur Klemt, Victoria Kraft, Christoph Luser, Katja Kolm, Dominik Dos-Reis
Veranstaltungsort: Szene Salzburg

  • Davydova, Marina: Der erfrischende Konservatismus des russischen Theaters. in: Seyr, Veronika (Hg.): Rußland und Europa: auf der Suche nach Identitäten; Moskau 2003, S. 153-158.