MACHT.SPIELE
„Künstlerinnen sind nie ganz da und nie ganz weg, sie tauchen immer wieder auf. Vielleicht ist die Kunst von Frauen deshalb auch subversiver als die von Männern. Der Bereich der Frauen ist das Unterlaufen von Normen. Das liegt auch am Freiraum, den uns Männer unbewußt einräumen. Wenn einem nichts zugetraut wird, kann man auch alles machen.“
Elfriede Jelinek in: Reiter, Wolfgang: „Wir sind beide Vampire“. In: profil, 3.8.1998.
Das Kapitel MACHT.SPIELE untersucht die Salzburger Festspiele als institutionellen Raum geschlechtsspezifischer Hierarchien, Teilhabeordnungen und Ausschlussmechanismen. Im Zentrum steht die Frage, wie Macht innerhalb der Festspiele verteilt wurde und wird: Wer entscheidet, wer spricht, wer wird sichtbar, wer bleibt abwesend? Damit richtet sich der Blick auf Leitungs- und Organisationsstrukturen ebenso wie auf künstlerische Verantwortlichkeiten, Programmentscheidungen, Öffentlichkeiten und Zugänge.
Ausgehend von der männlich dominierten Gründungsgeschichte fragt das Kapitel nach der Fortwirkung struktureller Ungleichheiten: nach Marginalisierung, fehlender Repräsentation, verdeckten Machtmustern und Formen institutioneller Diskriminierung von Frauen und anderen nicht-dominanten Positionen. Dabei werden Gleichstellung, Diversität und Inklusion zu konkreten Prüfsteine für die Organisation der Festspiele.
MACHT.SPIELE analysiert offensichtliche und verborgene geschlechtsspezifische Normierungen innerhalb der Salzburger Festspiele und fragt, welche Ungleichheitsstrukturen aufgearbeitet werden müssen. Dabei geht es auch um Möglichkeiten der Selbstermächtigung: um Gegenstimmen, neue Räume der Teilhabe und Strategien, mit denen tradierte Machtverhältnisse sichtbar gemacht, kritisiert und verändert werden können.








