DAS PROJEKT

FRAUEN*.FESTSPIELE.SALZBURG, das vom Interuniversitären Forschungsnetzwerk Elfriede Jelinek und dem Elfriede Jelinek-Forschungszentrum in Kooperation mit zahlreichen Partner*innen aus Wissenschaft und Kunst durchgeführt wird, eröffnet neue Perspektiven auf die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Salzburger Festspiele. Im Zentrum stehen Fragen nach Gender, Repräsentation und Macht – und wie diese die Entwicklung eines der weltweit bedeutendsten Festivals geprägt haben.

Über die zentrale Plattform frauen-festspiele.at dokumentiert, analysiert und kontextualisiert das Projekt die Präsenz wie auch das Fehlen von Frauen* in organisatorischen und künstlerischen Positionen – als Organisatorinnen, Komponistinnen, Autorinnen, Dirigentinnen oder Regisseurinnen. Es beleuchtet patriarchalisch geprägte Strukturen, Diskriminierungs- und Ausschlussmechanismen, analysiert ästhetische Strategien, mit denen tradierte Frauenbilder in Festspiel-Aufführungen bestätigt oder hinterfragt wurden, und verbindet wissenschaftliche Analyse, Archivarbeit und künstlerische Intervention.

Ab 2025 wird der Forschungsschwerpunkt durch die jährlich stattfindende FESTSPIEL ACADEMY erweitert. Bei der ersten Ausgabe 2025 werden das Projekt und die beteiligten Archive der Öffentlichkeit vorgestellt und erste Forschungsergebnisse präsentiert. Gemeinsam mit Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen und Künstler*innen aus verschiedenen Disziplinen werden Fragen zur Gegenwart und Zukunft der Festspiele diskutiert: Was wurde bisher in Bezug auf Gender, Gleichstellung und Diversität geleistet – und was noch nicht? Welche Reformen und Strategien sind nötig in Bezug auf Programmatik, Strukturen, Spielplangestaltung, Ästhetiken und Publikum?

In Form von Vorträgen, Laboren und Gesprächen entstehen Impulse für Transformationen, Manifeste für Salzburger Festspiele als Ort künstlerischer Selbstermächtigung und Impulse für mehr Sichtbarkeit von Frauen*, für neue, diverse Geschlechterbilder und eine inklusivere Festspielpraxis. Künstlerische Interventionen zu zentralen Werken wie Mozarts Don Giovanni oder Hofmannsthals Das Salzburger große Welttheater zeigen dabei das Potenzial innovativer Formate ästhetischer (Selbst-)Befragung.

FRAUEN*.FESTSPIELE.SALZBURG versteht sich als dynamischer Denkraum, als beständiger Work-in-Progress – ein Arbeiten an Sichtbarkeiten, das die Salzburger Festspiele neu denkt: als Raum der Öffnung, des Diskurses und der Zukunft.

GRUNDLAGE des Forschungsprojekts FRAUEN*.FESTSPIELE.SALZBURG bildet die Publikation JederMann – KeineFrau? Die Salzburger Festspiele in Diskussion (2024).