ÄSTHETIKEN

„Es wird in Salzburg eben alles vom Feinsten geboten, und das ist unerträglich, penetrant.“

Elfriede Jelinek in: Zoglauer, Franz: Ich bin eine Komponistin! In: Parnass 2/1998, S. 94-97, S. 96.

Das Kapitel ÄSTHETIKEN untersucht, wie Frauen* die künstlerischen Formen, Räume und Wahrnehmungsweisen der Salzburger Festspiele geprägt haben: als Autorinnen, Komponistinnen, Regisseurinnen, Choreographinnen, Bühnen- und Kostümbildnerinnen, Dirigentinnen und Interpretinnen. Im Zentrum steht die Analyse jener ästhetischen Ansätze, mit denen tradierte Festspielbilder fortgeschrieben, verschoben oder kritisch befragt wurden.

Dabei richtet sich der Blick auf Werke und Aufführungen ebenso wie auf Inszenierungsstrategien, Körperbilder, Raumordnungen und mediale Wahrnehmungen. Gefragt wird, wie Geschlechterverhältnisse auf der Bühne sichtbar werden, wie traditionelle Frauenfiguren, etwa im Jedermann, im Musiktheater oder in kanonischen Opernstoffen, affirmiert, gebrochen oder dekonstruiert werden und welche neuen Perspektiven Künstlerinnen in die Festspielästhetik einbringen. Ein besonderer Fokus gilt Sängerinnen und den mit ihnen verbundenen Images: Diva, Star, Projektionsfigur oder widerständige Interpretin.

© SF, Foto: Ruth Walz