PUBLIKUM & MEDIEN

„Manchmal stehen sie vor vernichtend nach unten gestreckten Daumen, aber mehr kann ihnen nicht passieren, sie sind ja in Sicherheit, die Salzburg-Unternehmer, von den Wünschen des Publikums scheinbar gefangen.“

aus: Elfriede Jelinek: Der Fluss-Galopp. In: Landesmann, Hans / Rohde, Gerhard (Hg.): Salzburger Festspiele 1992-2001. Bd. 2. Wien: Zsolnay 2001, S. 144-147, S. 144.

Der Bereich PUBLIKUM & MEDIEN untersucht, wie öffentliche Wahrnehmung, Kritik, Berichterstattung und Publikumserwartungen Genderfragen bei den Salzburger Festspielen mitprägen. Im Zentrum steht die Rezeption als ein Feld, in dem Geschlechterbilder bestätigt, verstärkt, verschoben oder infrage gestellt werden.

Das Kapitel fragt auch nach Konflikten und Skandalisierungen im Kontext von Gender: etwa nach Reaktionen auf feministische oder politische Setzungen, auf Künstlerinnen, Sängerinnen-Images, Divenkult und programmatische Schwerpunkte wie jenen zu Elfriede Jelinek 1998. Publikum und Medien erscheinen als aktive Kräfte im Festspielgeschehen: Sie erzeugen Erwartungsdruck, stabilisieren Traditionsbilder, und können zugleich Räume für Kritik, Veränderung und Gegenöffentlichkeit eröffnen.

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