Gusti Adler im Archiv der Salzburger Festspiele

Im Rahmen der Festspiel Academy 2025: Die Salzburger Festspiele. Frauen*.Spuren lesen – Frauen*.Spuren finden

MARGARETHE LASINGER

Der Video-Beitrag widmet sich dem Archiv der Salzburger Festspiele als Ort der Bewahrung, Forschung und kritischen Neubefragung institutioneller Erinnerung. Im Zentrum steht MARGARETHE LASINGER (Leiterin, Archiv der Salzburger Festspiele) Blick auf jene Frauen, deren Arbeit für die Geschichte der Festspiele wesentlich war, die jedoch meist im Schatten prominenter männlicher Leitfiguren standen.

Eine zentrale Figur ist GUSTI ADLER. Ihr 2024 in das Archiv der Salzburger Festspiele übernommener Nachlass eröffnet neue Perspektiven auf die organisatorische, vermittelnde und intellektuelle Arbeit hinter den Kulissen. Als enge Mitarbeiterin, Sekretärin und spätere Biografin Max Reinhardts war Adler maßgeblich an der praktischen Umsetzung künstlerischer Projekte beteiligt. Briefe, Notizbücher, Manuskripte, Fotografien und persönliche Objekte wie ihr Reisekoffer machen sichtbar, wie eng biografische, künstlerische und institutionelle Geschichte miteinander verbunden sind.

Besondere Bedeutung besitzt die Korrespondenz zwischen Gusti Adler und HELENE THIMIG. Sie dokumentiert nicht nur die persönliche Beziehungen der beiden, sondern auch Exil, Rückkehr, Wiederaufbau und die Geschichte von Schloss Leopoldskron. Solche Quellen öffnen den Blick auf jene Bereiche kultureller Arbeit, wie Organisation, Vermittlung, Sorge, Kommunikation und Erinnerungspflege, die selten im Rampenlicht standen.

Der Beitrag thematisiert zugleich die Notwendigkeit archivalischer Erschließung und Digitalisierung. Erst durch Ordnung, Inventarisierung, Transkription und digitale Zugänglichkeit werden solche Bestände für Forschung und Öffentlichkeit nutzbar. Historische Objekte wie das Marschallin-Kostüm aus der Rosenkavalier-Inszenierung von 1960 zeigen zudem, wie digitale Verfahren neue Formen der Vermittlung und Teilhabe ermöglichen können.