Die Buhlschaft in Herbert

Eine Heimführung

Einführungstext

Der Text Die Buhlschaft in Herbert war ein Auftragswerk des Interuniversitären Forschungsverbunds Elfriede Jelinek der Universität Wien und der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien für das vom 12.-14.8.2022 stattgefun­dene Symposium Kapital.Geschlecht in Kooperation mit den Salzburger Festspielen und dem Literaturarchiv Salzburg. Ausgangspunkt war Hugo von Hofmannsthals Jedermann.

Der Interuniversitäre Forschungsverbund Elfriede Jelinek bat die österreichische Autorin Lydia Haider um eine feministisch-subversive Überschreibung der Rep­liken der Buhlschaft. Der Auftrag war, konkret mit Hofmannsthals Text der Buhl­schaft zu arbeiten und dabei seinen katholisch geprägten, „liturgischen“ Sprach­duktus und Rhythmus aufzugreifen, also auch sprachkritisch damit zu arbeiten und den Text der Buhlschaft auf diese Weise zu befragen.

Lydia Haider hatte die Idee, diese Überschreibung in den Kontext ihres gerade im Entstehen begriffenen Romanprojektes Du Herbert zu stellen.

In Kooperation mit dem Volkstheater Wien und mit Unterstützung des Wiener Lokals Schmauswaberl wurde zusammen mit Volkstheater-Dramaturgin Jennifer Weiss aus dem fertigen Text für das Salzburger Symposium sowie für die Veran­staltung GESCHLECHT UND GEWALT Lesen & Tschechern #Jelinek royal (9.12.2022) in der Roten Bar des Volkstheaters eine performative Video-Version entwickelt, an der gut 20 Schauspieler*innen und Laien beteiligt waren.


Und es tut auf wie es aufgeht in eines Leben und geht hin dazu wie es geht in eines Leben und es geht los mit nun wo ich bin heißt es Hand oder Mund geben, dass ich lebe und mich lebend weiß es diese junge Fut nicht ehrerbietend und anstands- wie standesgemäß, wer alls lang auf sich warten lässt und ist der wertest aller Gäst, den muss man mit Zimbeln und Windlicht abholen und führen zu seiner Pflicht folg­lich muss sie sterben, ist eh klar wie das Klarste in meinem Leben in ihrem sicher nicht länger, dass sie sterben muss und alle mit dazu und alle sterben sie und sie zuerst, das sag ich ihr und benenne die Sache, wie sie nicht geschieht, dann ist es nicht so, weil das nicht immer ein solches zu sagen hey war mir doch, eh ich zu dir trat, als ob dir jemand nahe tat und wär dein helle Stirn und Wangen von einer Trübnis überhangen was ist denn los ich will und bin was ich bin und eine andre läuft mir da rein und es läuft jetzt doch ein Wasser möchtest du es Blut nennen, dann nenne es Blut, Laufen ist da Laufen, gestochen hierzu und aufzu und ohne Betulichkeit, die ich nicht brauch, weil eine Notwendigkeit mit dieser Red ge­schieht mir weh dess ich zu dir mich nicht verseh, steh nicht auf grüne Buben an, du bist mein Buhl und lieber Mann und ich gehe weiter wenn der Tag kurz ist lang macht er sich mir nicht dir ebenso da kann ich sagen was ich will und wenn wer zu meinem Pitbull süß sagt, dann streckt sich naturgemäß die Faust bei mir oder bei wem denn nicht oder was soll so ein süßer Hund von wem da sein, der mir das andichtet, dichte ich ihm was an auf lange Zeit wird der sehen, dass da einst das Wort des süßen Hundes sein Gesicht geziert und mehr ein Bub liebt frech und ohne Art, ein Mann ist großmütig und zart, hat milde Händ und steten Sinn, das zieht zu ihm die Frauen hin da zu fressen hat er nichts und ich in solchem zu tun mit sol­chem Kasperl hello Bello da rennt mir der nächste rein mit seiner Pizza, denn fres­sen muss der Mensch doch und ich ein solcher muss fressen wie der Mensch das tut, nun wenns nicht passt, passts halt nicht, da flack ich ihm mein Feidl ins Fleisch rein pronto aber noch sowas geht auf keine Kuhhaut, das Wort allein macht mir schon bang, der Tod ist wie die böse Schlang, die unter Blumen liegt verdeckt, darf niemals werden aufgeweckt, Familie hin oder her daneben deppert schauend, ich habe schon gesagt, dass der Tod über und über kommen muss und soll und wenn ich es spreche, hat es zu sein also auch sage ich es, wie es sein soll und ist, nun denn ist mein Weg auch weit und lang, so sind doch meine Taten echt und recht in mir und aus mir gehe ich, Herbert, hin und tue, wie, wären die mir auch bekannt, wie werden diese denn genannt was getan werden muss und sammle mir dir Waf­fen, damit ich Waffen habe zu schützen und zu richten, denn ich bin der Richter dieser Welt, wozu ich viele Waffen brauche, über 100 sollen mein sein und sind also auch meine lieben Babys, um meiner schwangeren Freundin zu zeigen, wo der Hammer hängt, das tue ich für sie und uns und der Unsegen fährt aus meinem Mund hin sehr geschickt und was ist dir, was schafft dir Verdruss normal es ist kalt und es ist Jänner und das ist die Natur und so ich auch der Koch bin und weiß, was zu kochen, so wissen es meine dummen Lehrlinge nicht da sie zu Verstand zu brin­gen und ihnen zurückzugeben, was fehl, da ist kein Wort mehr fehl, denn hier ist meine Rede und meine Tat und sie geht über die gebückten Auszubildenden hin­weg, zu lehren sie die Wahrheit, worin sie hernach sind, nehmt, wie der Sinn euch steht, die Plätz, ihr Buben, reicht Handwasser jetzt, was stehst du da und siehst so fremd und ist alles schwarz such ich meine Gruppe mir und dreh mit ihr eine Run­de, zuerst schlagen und treten wir und entstellen ein paar Widersacher schwer, damit sie es sich merken, wer ist und wer nicht, was ficht dich an, bist du mir krank hernach fahr ich mit meinem Bus herum und transportiere ein paar Leute für den Staat und ich weiß schon, wie man wirklich grüßt und das ist in dieser jetzigen kalten Zeit allein der wahre Wolfsgruß, mein Schatz, denn so grüßt der wahre Wolf, der ich bin, ist die Zeit auch finster und kalt, das wärmt dann gewaltig, und wer mir das nicht glaubt, dem muss geholfen werden mit Verweigerung und Schlägen, und sei es die Polizei du Gelse du hello da helfen mir auch die Meinen, und sei es anders, so sei es nicht, denn ich tue es, sitz, red zu ihnen ein freundlich Wort ein Weib dabei hinweggefegt, die das nicht glaubt, ich verberge ihren Leich­nam und bewache ihn, was ja zu stinken anfängt, eine Mistgstättn ein Parfum da­gegen, da zieh ich meinen Hut und zieh weiter Freund, Waffen hab ich dabei kla­rerweise und zeig sie auch und zieh sie auch und zieh nicht lauwarm, sondern sehr bestimmt und nehme auch das Wort dazu her, nun, geht die Red gleicherweis auf mich wenn ich gehe und später auf meinem Balkon einige Schüsse davon abgeben muss, so verstehen die Nachbarsschwammerl den Zusammenhang nicht, der da nur verstanden wird, der echt ist und sieht das Werk eines, der werkt, weil hier jemand ganz gewaltig werken muss, dein Blick ist starr und fürchterlich, für was willst du mich strafen, sprich damit sich einmal etwas tut, überall nur Dillos und Sandler und Nackerte, selbst meine Mutter muss davon befreit werden, von dieser Dummheit und Einfalt muss ich ihr geben, was ihr zusteht und sie ist erlöst von dieser Einfalt, dieser Sache, wie sie ist wie ein peinlicher Harmonienwechsel, den sie mir ständig verkaufen wollen in allen Geschäften, da zeig ich der Mutter, die mich, ihre Erlösung, herausgelassen in mein Leben, wie es sich anfühlt, zu leben, und gebe ihr, was ihr gebührt und wie es zu sein hat, was das Leben ist, und das ist Schmerz und Blut und Not und Qual samt Pein und Dreck um Christi Willen, was ficht dich an, mein Buhle traut, mein lieber Mann ich bin bei dir, sieh doch auf mich, dein bin ich heut und ewiglich und flüstern braucht da niemand mit mir, denn ich bin sehr laut, oder hörst du noch etwas anderes als mich hier, ich bin die ungefilterte Wahrheit dieses Lebens, dieses Jahres, ich bin Herbert und mein Leib ist dein Leib, den ich dir gebe und du nimmst ihn gefälligst auch oder hör auf, über mein Sein zu lesen, du Scheißhaufen von Bildung, ihr lieben Vettern und Leut, mein Liebster ist besonders heut, weiß nicht, wes ich mich soll versehn, könnt ihr mit Rat mir nicht beistehn das kann ich auch zugeben, dass ich manchmal mich verirre, denn ich bin verständig und verstehe meine Tat, die ich echten Kiwaran nicht Haweran auch sage, wenn sie es denn wissen wollen, diese lustigen Bolde, meine Fresse, er sitzt nicht fröhlich und gepaart und redt von Dingen aus der Art, hab nie zuvor ihn so gesehn, weiß nicht was ihm mag sein beschehn das ist ja ganz einfach, denn ich habe nichts zu verbergen, ich sitze auch nichts, denn ich sitze nicht auf, ich bin kein tiefergelegter Golf, den die kleinste Bodenschwelle schon langsam macht, nein ich bin sehr schnell und stehe dazu, hab meine Waffe eh da­bei, immer geschickt und parat, um meinem Wort Nachdruck zu verleihen zu je­dem Tag und jeder Nacht schläft sie in meiner Hand nicht und ist meine Verlänge­rung und ich bin ihre Sprache und diese Sprache sprichst du nicht, ich bitt euch lasst das Singen nicht stocken du verstehst diese Sprache nicht, die ich spreche und das sei dir auch gesagt und die schneller in der Grube, als du Bap sagen kannst, mein Freund, das ist so und daher ist es auch allein wirklich und korrekt, das muss ich dem sagen, freilich, lasst euch im Singen doch nicht stören und auch wenn ich im Häfn bin und meine Zelle mich bedrückt, ich beuge diese Zelle nicht allein und betätige auch hier meine leichte Sprache, zu geben meinem Messer die Kraft, ge­führt durch andere Händ, sieh, Jedermann, doch, dein lieber Gesell, denn auch solche sind wie meine Händ, sie sind das A und O und bis zum Z kommen wir gar nicht, weil ihr da alle bereits hin seid, ich hör keinen Laut wenn ich es sage und wenn ich aufstehe und einmal fest aushole, seid ihr alle nackt, das könnt ihr glau­ben, denn der Glaube allein hält euch noch, wenn ich spreche und ihr euer Gebet, womöglich das letzte, ungefilterte Gebete sollen es sein aus den tiefsten Brüsten eurer Seelen, die gerettet werden durch mich und auf meinem Rücken trage ich euch heraus und so wer dies Wiederbetätigung nennt musst mirs versprechen, lie­ber Mann, müsst ja vor Angst und Sorg vergehn, sollt ich dich öftern also sehn dann kann ich nur lachen und so ich das Messer erneut durch meine eignen Händ führen muss in den Leib meiner eignen Frau hinein, dann sei es so, wenn zu tuen ist, was zu tuen ist, und ist das Messer in den Leib einer x-beliebigen Frau zu füh­ren, dann ist es gleichermaßen so, wie es eben ist, wer alls lang auf sich warten lässt und ist der wertest aller Gäst, den muss man mit Zimbeln und Windlicht abholen und führen zu seiner Pflicht und es wird die Klinge geführt und es wird schon geschaut, wo denn der Bartel den Most holt da der Most geholt werden muss braucht es auch Geld dazu, das ich jenen abnehme, die mir meine Substanzen ab­kaufen wollen, nehme also das an mich, was mir zusteht in und auf dieser Welt steht mir zu, was andren zu Gesichte steht, war mir doch, eh ich zu dir trat, als ob dir jemand nahe tat und wär dein helle Stirn und Wangen von einer Trübnis überhangen und ich fahre und gehe und bewege mich dahin, da passiert es, dass mir jemand meine Bahn kreuzt und ich ziehe den Baseballschläger dieses Mal muss es der Baseballschläger sein, da wie gesagt manchen etwas zu Gesichte steht und da­rin gezeichnet werden muss, wo ja schon etwas steht und wo es nur logisch ist, dort weiter zu zeichnen und weiter zu schreiben, wo schon etwas geschrieben steht in eines Fresse da, und ist es nicht genug, nehme ich mit meinem Fahrgestell auch noch einen Fuß mit diesen zu überrollen und platt zu walzen nun denn mit dieser Red geschieht mir weh, dess ich zu dir mich nicht verseh, steh nicht auf grüne Bu­ben an, du bist mein Buhl und lieber Mann und treffe ich dann erneut auf eine dieser jungen Frauen, wie sie heute so zigfach herumwandeln auf diesem Erdball, sei wieder das Messer heranzuziehen, es bereit zu halten und es an den Hals dieser zu legen und ihr zu zeigen, dass das Messer auch in ihrem Hals stecken kann, dass das Messer auch durch ihren Hals durchgehen oder diesen zu öffnen von allen Seiten nun Umsetzung folgt in diesem Falle nicht denn ich tue es in diesem Fall nicht und so jemand die Frage stellt, warum ich es nicht tue, gibt es diese Frage einfach nicht, denn die Frage gibt es nicht was tatsächlich so ist das Messer auch listig und lau, an den eignen Hals kann ich es mir natürlich gleichermaßen halten und zack ein Bub liebt frech und ohne Art, ein Mann ist großmütig und zart, hat milde Händ und steten Sinn, das zieht zu ihm die Frauen hin, ich bin schon wieder einen Schritt weiter wenn es darum geht, meinen Kontrahenten im Streite zu besie­gen gehe ich siegreich aus diesem hervor und zeige hierzu meine Pistole und zeige hierzu meine ganze Kraft und Entschlossenheit ja das Wort allein macht mir schon bang, der Tod ist wie die böse Schlang, die unter Blumen liegt verdeckt, darf nie­mals werden aufgeweckt genau so ist das möglich und so wirds also getan denn warum auch nicht meine Güte ich bin nicht Teil der Exekutive, kein Polizist, kein Kiwara und Hawera bin ich auch keiner von dir schon gar nicht hörst du das eh nun kann ich mich aber dazu machen und geschickt und gleich all diesen jungen Buben da, diesen Jugendlichen, wie sie sich nennen, ein bisschen etwas von ihrem Taschengeld abknöpfen, von dem diese jungen, wie wären die mir auch bekannt, wie werden diese denn genannt, Fratzen eh meist viel zu viel haben und überge­hen davon und es nur für Blödsinnigkeiten ausgeben und ich geh da also hin und nehme ihnen gleich alles ab, was sie denn da so haben, ihre Handys, ihre Uhren, all ihre Wertigkeiten an ihren Körper werden von mir kurzerhand beschlagnahmt und das ist gar nicht wenig, wenn der Sehende dahingeht und sieht, was es zu se­hen gibt, und so man zu wenig sieht, kann es schon sein, dass man mit seinem Wagen einem anderen Wagen auffährt in einer Seheinschränkung die kann sich ergeben aus Hochprozentigem ins Inwendig geleert und inwendig also das Sehen gekehrt was ist dir, was schafft dir Verdruss wo viel ich sehe und sehe auch nichts, ob viel oder wenig, erneut muss ich es tun und jene, wie sie mich geboren und in das Leben geworfen, jene muss ich aus dem Leben hinauswerfen aus dem solchen und aus dem Dasein dem hiesigen und dem meinen allein entfernen und wo sol­ches geschieht und wo die Mutter sitzt nicht mehr zur Rechten, da hörst du schon noch viel mehr ist da hinauszuwerfen aus dem Leben und dem Fristen auf Erden da diesem vermessenen und billigen egal nehmt, wie der Sinn euch steht, die Plätz, ihr Buben, reicht Handwasser jetzt was stehst du da und siehst so fremd welches Alter da vor mir steht denn solches ist nicht zu beachten vor dem Sein, auch wenn sie versuchen, es in sogenannten Gutachten zu beschreiben nun und auch früher schon und in der Zukunft werden sie was ficht dich an, bist du mir krank es ebenso tun und wenn da gleich die ganze Sippschaft zu erschießen ist, dann erschieße ich die ganze Sippschaft welche da ist ein Bruder, ein Vater und eine Stiefmutter in einer Hinrichtung, wie ich sie mir vorstelle, und wird da verhandelt in Berufungs­dingen dazuhierigst sage ich Sitz, red zu ihnen ein freundlich Wort, erneut, dass sie es früher so taten und heute und auch morgen tun werden diese Dinge und weiter ziehe ich, Herbert, mit meiner Art und meinem Sein hier in meinem Österreich samt dem bodenständigen Wesen und der ehrlichen Sprach in dieser guten Luft in meinen guten Bergen so hoh und weit geht die Red gleicherweis auf mich, nehme dann die Luft meiner Frau weg und schaue, dass sie nicht mehr atmet durch die Kraft einer Schnur und natürlich stehe ich dazu und gebe es auch zu ja warum denn nicht ich sage es ja auch hier zu dir zu euch zu allen da finde ich meine Frau mit einem anderen zusammen, so lasse ich ihre Körper spüren, was es heißt, sol­ches zu tun, dein Blick ist starr und fürchterlich, für was willst du mich strafen, sprich und muss es auch wieder der Baseballschläger sein, nun es reut mich nicht, diesen heranzuziehen, oder was glaubst du so etwas zu tun da gehe ich zum Bahn­hof und steige in den nächsten Zug hin und sehe das Büblein mit seinen vielleicht 12 Jahren und nehme ihm ab, was es abzunehmen gilt und halte ihm mein Messer an den Bauch und schon gibt der alles her und es ist geschehen und auch schon wieder vorbei und wo ich mich auch um solche kümmere, sie zu betreuen und zu leiten und zu führen um Christi Willen was ficht dich an mein Buhle traut mein lieber Mann ich bin bei dir sieh doch auf mich, dein bin ich heut und ewiglich so lassen sich diese nicht immer zu allem hinführen und auch nicht gleich überreden nun auch nicht zum Verkehr der Geschlechte mein Liebster ist besonders heut weiß nicht wes ich mich soll versehn, könnt ihr mit Rat mir nicht beistehn unser macht sich manch einer Gedanken zu viele über zu vieles das da geschieht und das Geschehen in Abhandlungen und all jenen Weltlichkeiten wird versucht, die Ge­walt zu verstehen wie sie ist und wie sie geschieht und für eines Leben wegzuneh­men ergo abzukürzen ergo abzuschneiden vom Faden des Lebens, ja er sitzt nicht fröhlich und gepaart und redt von Dingen aus der Art hab nie zuvor ihn so gesehn, weiß nicht was ihm mag sein beschehn dafür stehen die Strafen besonders hoch und sie klagen und klagen zu nennen das Anklage wo wir uns auch gegenseitig zu sehr anklagen diese meine liebe Mutter und ich da kann es schon mal wild zuge­hen und sie schicken dir gleich die Cobra her diese Wahnsinnigen dabei gäbe es da sicher Relevanteres zu tun als wenn ich da mit meiner lieben Mutter ein bisschen herumstreite und herumschreie und sowas ich bitt euch lasst das Singen nicht sto­cken da gibt es Pädagogen in diesem Land, die vermessen sich komplett und ständig hört man, dass die sich dann sogar an den ganz Jungen vergehen und ich hab ja auch einmal unterrichtet und so ein junges Hascherl geküsst und das war gleich ein Aufschrei meine Güte lasst euch im Singen doch nicht stören ja wie ich schon sagte und niemand wiederholt sich gern, nicht wahr, dass die Menschen bei weg­genommenen Leben zu anklagen beginnen und klagen das an und versammeln sich dazu und tragen all ihre Meinungen hierzu zusammen wie das der Mensch eben tut und jeder kennt das und nun ist es erneut ein solches, da ich eine Tat mit Blut begangen, wie sie es nennen sieh Jedermann doch dein lieber Gesell und wenn mir wer deppert kommt, obwohl mir sicher nicht deppert zu kommen ist, sei es ein Normaler oder zu sonst was Berufener, mit Lizenz zur Gewaltausübung oder ohne, mit Wissen und Recht auf etwas oder ohne ja da nehme zur Hand, was sich grad in meiner Hand befindet in dem Moment und gehe an, was anzugehen ist und verwehre mich gegen so Ansagen von Wachposten oder sonstwem und sei es auch mit einem dünnen Fonduespießerl ja das sage ich dir, mit sowas kannst du genauso anrichten und richten und wen zurichten wie ein geschmücktes Ross vor dem Kriegesmarsch in den Tod jawohl ich hör keinen Laut und auch wenn ich noch jung bin und auch wenn ich alt bin, mein Alter tut nichts zur Sache wenn ich mich an meiner Kollegin vergehe nun dann vergehe ich mich an ihr denn ich will dass sich die Geschlechter, ihres und meines, zusammenfinden und wenn sie das nicht will, dann muss ich es erzwingen und einfach tun und sie vergewaltigen mit Gewalt mir das Geschlecht holen in der Folge musst mirs versprechen lieber Mann, müsst ja vor Angst und Sorg vergehn sollt ich dich öftern also sehn wie ein Cow­boy fühle ich mich schon und ziehe meine Puffen und schieße in die Luft ganz lustig und luftig und frei so Schüsse wie sie eben frei zu sein haben da heraus aus dem Lauf ganz natürlich und gerecht ist es bei einem Umzug sowieso so einem Herumgeziehe von uns Leuten und noch viel gerechter ist solches auf einem Um­zug wie er sich ganz unsrem alten Wissen und den alten Bräuchen und den alten Gesetzen hier annehmend durch die Wege und Straßen ziehend das Volk darin dies preisend und ich bin dabei und ich springe auf meinen Absätzen und werfe die Füße in die Luft und ich ziehe meinen Langen und ich feuere daraus, dass es sie freue dabei gleichermaßen wie mich, denn das Leben ist zur Freude gedacht an sich wer alls lang auf sich warten lässt und ist der wertest aller Gäst, den muss man mit Zimbeln und Windlicht abholen und führen zu seiner Pflicht und als ich ein­mal im Bankeswesen zu tun hatte, da war es so, dass ich das Leben einer alten Frau genommen und jetzt lautet die Anklage darauf auf Mord, so sagen sie es und ich höre es mit Ohren zu hören und war mir doch, eh ich zu dir trat, als ob dir jemand nahe tat und wär dein helle Stirn und Wangen von einer Trübnis überhangen, ich kann natürlich so wie überall auch des Schießens fröhnen wie ich will zu einem Umzug hin oder Jux und Tollerei oder zum Streite dar in einem Auto oder sonst wo, da ich die Freiheit mir nehme, das zu tun, wie ich es will und für angemessen befinde und mir als Basis dies Geschieße gebe für mich als Schreckschuss oder echt zur Relevanze nur bedingt und dann kommt es schon daraufhin, dass meine Frau ich erschieße mit meiner Pistole und bin ich zwar nicht mehr ihr Manne, sondern, wie sie es nennen, Ex, ja so schieße und erschieße ich sie dennoch, egal wie uns Beziehungsverhältnisse bezeichnen das Zeichen ist nun mal das Zeichen und wer alls lang auf sich warten läßt und ist der wertest aller Gäst, den muss man mit Zim­beln und Windlicht abholen und führen zu seiner Pflicht, wandle ich durch ein Bade hindurch und sehen meine Augen ein junges Geschöpf, das mir gefallet, nun dann muss ich es haben, auch wenn es sich wehret und ich greife wie ich greifen will und greife alles ab, Sitten gibt es somit nicht und daher auch keine Sittenwid­rigkeit und hat das Mädchen erst der Jahre zwölfe nun was sehe ich denn ein Alter und was schert dich denn das Alter oder bist du komplett vermessen jetzt war mir doch, eh ich zu dir trat, als ob dir jemand nahe tat und wär dein helle Stirn und Wangen von einer Trübnis überhangen wenn ich solches höre, dann sage ich als Herbert dazu, dass ich da die Luft wegbekomme solange, bis es das Bewusstsein nimmt, denn schnell ist ein solches Bewusstsein genommen, wenn man nur würget und würget recht fest und nicht ablässt da von dieser meiner Frau, okay es ist mei­ne Ex-Frau, ich gebs ja zu, aber musst mirs versprechen, lieber Mann, müsst ja vor Angst und Sorg vergehn, sollt ich dich öftern also sehn es tut doch nichts zur Sache, nicht wahr, denn die Luft nehm ich ihr und ich nehme ihr die Luft, wo auch immer sie ist, ist sie zuhause oder an ihrem Arbeitsplatz oder mit ihren Leuten wo unter­wegs, ich nehme ihr die Luft, bis sie nicht mehr atmet so lang wie das ist, das musst mirs versprechen, lieber Mann, müsst ja vor Angst und Sorg vergehn, sollt ich dich öftern also sehn weiß niemand nun es ist sehr lang und überlang hinaus bis ich in die Wohnung von dem Typen da komme und ihm einfach alles ausräume und an mich nehme vielmehr an uns nehmen denn ich hab meine Leute mit dabei und schnell ist das Messer gezogen und des Messers Wille hält den in Schach, während wir ihm Hab und Gut nehmen kann der Mensch einiges und wenn uns mit den Worten duellieren wie die Hähne im Kampfe darin ich hör keinen Laut bin ich schon schnell aus meinem Auto springe ich hin und zurücke und diesen Fußgän­ger mit seinen Füßen und einen Hund hat der auch noch den fahre ich zamm und ziele genau und versuch, diesen zu überfahren und fahre ihn zumindest an und er sitzt nicht fröhlich und gepaart und redt von Dingen aus der Art hab nie zuvor ihn so gesehn, weiß nicht was ihm mag sein beschehn so ein Anfahren wie du dir das vorstellst, das ist nicht immer gleich nicht wahr da gibt es Strafen für solches und Strafen für solches und weil ich da einst meine Eisenstange geschwungen und ge­brochen eines Körpers damit oft und schwer, da urteilt nun die Versammlung hier­zu Sitz, red zu ihnen ein freundlich Wort, soll ich meinen Vater getötet also ich töte meinen Vater als nächstes und sie wissen nicht, ob ich es war, oder nicht, ja Sitz, red zu ihnen ein freundlich Wort soll ich es sagen, oder soll ich es nicht sagen, oder hab ich es bereits gesagt oder weiß ich selbst es überhaupt wer weiß denn über­haupt etwas in dieser dämlichen Geschichte hier das ist doch nicht normal wird vieles nicht einfach Sitz, red zu ihnen ein freundlich Wort von selbst und ich muss etwas tun gegen das alles und steige in meinen kleinen Laster der ist klein und doch groß ja und fahre los und visiere an und schau dass ich was erwisch hier in diesem Wien von Leuten und egal was auch immer ich sitz, red zu ihnen ein freundlich Wort, tue da an einem meiner Schüler, wo ich da ein Lehrer war in einer Schule zum Zwecke des Skifahrens, da sprechen sie aus, was zu tun sei nun da ich dem Schüler angetan Schweres und Schwerstes an seinem Körper und ich hör kei­nen Laut an seiner Seele und ich hör keinen Laut an seinem Geist und ich hör kei­nen Laut an ihm gesamt und an all seiner Umgebung und Familie und Freunden ja das ist der Missbrauch und sieh Jedermann, doch dein lieber Gesell ich als Lehrer soll in eine Haft tue ich das was ich tue als Ex meiner Freundin in der Schule an wo ich auch hingehe ich sitz, red zu ihnen ein freundlich Wort, gehe in eine Schule ich bin ja ein Schüler und ich ziehe mein Messer vor dieser Frau meiner Freundin mei­ner ehemaligen Freundin und schlage auf sie ein mit meiner Faust und nehme das Messer und steche auf sie ein damit ihr Leben aus ist und was ficht dich an, bist du mir krank, will auch auf sie einstechen und will sie verletzen schwer, was mir ge­lingt und laufe davon und alle laufen mir nach und sie suchen mich und ich hör keinen Laut, ich steige also in ein Auto, es ist bereits finster, wie viel finster ist es eigentlich bei dir, dass du das nicht siehst was hier geschieht, das frage ich dich und du weißt es natürlich nicht ja was weißt du denn überhaupt, du Beifahrer da neben meiner Frau da du Beifahrer warum sitzt du neben meiner Frau sitz, red zu ihnen ein freundlich Wort im Auto das frage ich dich und bevor ich überhaupt et­was frage da nehme ich meine Faust ziehe meine Faust heran und schlage dir ins Gesicht so oft ich will und es ist oft, das sage ich dir um Christi Willen, was ficht dich an, mein Buhle traut mein lieber Mann, ich bin bei dir, sieh doch auf mich, dein bin ich heut und ewiglich.


LYDIA HAIDER

Studium der Germanistik und Philosophie. Freie Schriftstellerin. 2017 Gründung der Musikkapelle gebenedeit, deren Chefpredigerin sie ist. Seit 2021 Hausautorin am Wiener Volkstheater und an der Volksbühne in Berlin. Mitorganisatorin der Lesereihe Blumenmontag sowie des Kunstfestival Perspektiven Attersee. Zahlreiche Publikationen, wie Am Ball. Wider erbliche Schwachsinnigkeit (2019), Oh Wien siehe die Sau (dein Land) (2023) und Du Herbert (2023) gemeinsam mit Judith Goetz und Marina Weitgasser.