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LEHMANN, LILLI

GEBURTSDATUM:24.11.1848 in Würzburg, Deutschland
STERBEDATUM:17.5.1929 in Berlin, Deutschland
FUNKTION(EN) BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN: Sängerin und Regisseurin bei den Mozartfestspielen
JAHR(E) DER TÄTIGKEIT BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN:1901-10
GND:118883933

Elisabeth Maria „Lilli“ Lehmann war eine deutsche Sängerin.

Lehmann erhielt die Ausbildung durch ihre Mutter, die selbst Sängerin war. Auf ihr Debüt als Erster Knabe in Mozarts Die Zauberflöte 1865 am Landestheater Prag folgten Engagements u. a. an der Berliner Hofoper (1870-85), in Leipzig (1869-70) und Danzig (1868-69).

Als Sängerin war sie auch in Bayreuth tätig, wo Richard Wagner zu ihren Förderern zählte und sie u.a. bei der Uraufführung des Ring des Nibelungen 1876 in der Rolle der Woglinde, des Waldvogels und der Helmwige besetzte. 1882 übernahm Lilli Lehmann die musikalische Einstudierung des Parsifal. In der Folge inszenierte sie Wagners Opern u.a. an der Metropolitan Opera in New York City, an der sie im Jahre 1885 als Carmen in Bizets gleichnamiger Oper debütiert hatte. 

In Salzburg war Lehmann 1901-10 bei den Salzburger Mozartfestspielen als Sängerin, Regisseurin und künstlerische Leiterin tätig. Sie förderte die Internationale Stiftung Mozarteum und leitete ab 1916 Sommerkurse im Fach Gesang am Mozarteum. 

Lehmann wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit der Ehrenpräsidentschaft der Internationalen Stiftung Mozarteum und mit Titel der K.K. Kammersängerin. 1920 wurde sie als erste Frau Ehrenbürgerin der Stadt Salzburg. 

Die Stiftung Mozarteum vergibt noch heute jährlich die „Lilli-Lehmann- Medaille“, die Studierende des Mozarteums. 

Lilli Lehmann war ab 1901 als Sängerin bei den Salzburger Mozartfestspielen (1877-1910) tätig. In dieser Zeit setzte sie sich gegen eine Umwandlung der Mozartfestspiele in ein „zweites Bayreuth“ ein und plädierte für einen intimeren Aufführungsstil, der dem Werk Mozarts eher gerecht werden würde.

Von 1908-1910 war Lehmann auch als Regisseurin und künstlerische Leiterin tätig. 1906 inszenierte Lehmann als erste Frau in Salzburg Mozarts Don Giovanni.

  • Lehmann, Lilli: Meine Gesangskunst. 3. Aufl. Berlin: Bote & Bock 1922.
  • Lehmann, Lilli: Mein Weg. Leipzig: Hirzel 1913.
  • Andro, L.: Lilli Lehmann. Berlin: Harmonie 1907.
  • Cole, Rosamund: A Critical Study of the Performance Style, Writing, and Directing of Lilli Lehmann (1848–1929). Würzburg: Königshausen&Neumann 2022.
  • Gisbertz, Anna-Katharina: Gründungsideen der Salzburger Festspiele zwischen Geschlecht, Politik und Kunst. In: Janke, Pia (Hg.): JederMann – Keine Frau?. Wien: Praesens Verlag 2024 (= DISKURSE.KONTEXTE.IMPULSE 27), S. 269-283.
  • Hinterberger, Julia: Frauen in der Salzburger Musikgeschichte. Zwischen Anonymität und High Society. In: Gürtler, Christa / Veits-Falk, Sabine (Hg.): Frauen in Salzburg. Zwischen Ausgrenzung und Teilhabe. Salzburg: Stadtgemeinde Salzburg 2012 (= Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 34), S. 141-169.
  • Kriechbaumer, Robert: „Salzburg hat seine Cosima“. Lilli Lehmann und die Salzburger Musikfeste. Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag 2021
  • N. N.: Lilli Lehmann 1848-1929https://www.stadt-salzburg.at/frauenspuren/salome-alt-1568-1633-1(24.2.2026).
  • N. N.: Lilli Lehmann – Primadonna, Pädagogin, Mäzenin (1).https://oe1.orf.at/programm/20240805/765913/Lilli-Lehmann-Primadonna-Paedagogin-Maezenin-1 (24.2.2026), datiert mit 5.8.2024.
  • Pusch, Luise: Lilli Lehmannhttps://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/lilli-lehmann/ (24.2.2026).
  • Rathkolb, Oliver: Die Sopranistin und Musiknetzwerkerin Lilli Lehmann, Mozartfeste in Salzburg und die marginalisierte Vorgeschichte der Salzburger Festspiele. In: Adamski, Theresa / Blake, Doreen / Duma, Veronika u.a. (Hg.): Geschlechtergeschichten vom Genuss. Wien: Mandelbaum Verlag 2019, S. 237-246.