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HERSCH, JEANNE

Bild: Wikipedia Commons, CC: Library Am Guisanplatz

GEBURTSDATUM:13.7.1910 in Genf, Schweiz
STERBEDATUM:5.6.2000 in Genf, Schweif
FUNKTION(EN) BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN: Eröffnungsrednerin
JAHR(E) DER TÄTIGKEIT BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN:1985
GND:118815679

Jeanne Hersch war eine Schweizer Philosophin, Pädagogin und Schriftstellerin.

Hersch war das Kind jüdisch-polnischer Immigrant*innen. Sie trat mit 29 Jahren in die Sozialdemokratische Partei ein, zerstritt sich jedoch später mit dieser, u.a. weil sie sich für eine Atomare Bewaffnung der Schweiz einsetzte.

Sie studierte Philosophie und Literaturwissenschaft in Genf Heidelberg, Paris und Freiburg, u.a. bei Martin Heidegger und Karl Jaspers. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Lehrerin für Französisch, Philosophie und Latein, bevor sie, nach Reisen und Aufenthalten in Südamerika und Nordafrika, 1956 eine Professur an der Universität Genf für systematische Philosophie erhielt. Sie war die erste ordentliche Philosophie Professorin in der Schweiz. Sie lehrte als Gastprofessorin an Universitäten in den USA (u.a. der State University New York und der Université Laval in Québec) und wurde 1966 zur ersten Direktorin der UNESCO Abteilung für Philosophie.

In ihrer philosophischen Arbeit setzte sich Hersch mit den Themen Freiheit, Sein und Zeit auseinander. Sie befasste sich auch mit den Menschenrechten. 

Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit der Albert-Einstein-Medaille, dem UNESCO Preis für Menschenrechtserziehung und dem Karl-Jasper-Preis. Zudem hatte sie mehrere Ehrendoktorwürden inne, etwa von der Universität Basel und der Universität Oldenburg.

Jeanne Hersch war die Eröffnungsrednerin der Salzburger Festspiele 1985. Sie war die erste Frau*, die eine Eröffnungsrede bei den Festspielen hielt. Ihre Rede trug den Titel Der Widerspruch in der Musik und reflektiert den Gegenstand „Musik“ aus theoretischen und gesellschaftlichen Perspektiven.